Wilfrieds Testbericht zur Alexloop im QRP-Digitalbetrieb

DL2YAJ, oder Wilfried, hat in den letzten 14 Monaten im Bereich QRP-Digitalbetrieb mit der Alexloop Antenne Erfahrungen gesammelt. Mit einer Leistung von 5-10 Watt und einer kurzen Aufbauzeit konnte er 1.285 DX-QSOs verzeichnen, darunter beeindruckende Distanzen von über 5.000 km. Wilfried gibt uns einen Einblick in seinen Alltag mit der Alexloop.

Rückkehr zum Amateurfunk: Von Miracle Whip zu Alexloop im QRP-Digitalbetrieb

Nach vielen Jahren QRL-bedingter Inaktivität gelangte ich vor etwa 1½ Jahren eher zufällig wieder einmal auf die Kurzwellenbänder. Mit 5 Watt Output (Yaesu FT 817) und bei aufgesteckter Miracle Whip Antenne gelangen dabei immerhin einige SSB-Kontakte Richtung Italien und Spanien. Parallel verblüfften mich – selbst bei sonstiger Funkstille auf den Bändern – die nahezu permanent hörbaren Signale im Frequenzbereich der digitalen Betriebsarten.

Mit Informationen aus dem Internet und nach Kauf einer geeigneten Soundkarte wurde ich dann wenige Wochen später mit meinem bescheidenen Equipment auch „digital“ aktiv. Hierbei konnten allerhand Kontakte innerhalb Europas geloggt werden und eines Abends glückte sogar ein QSO Richtung Ostküste USA - weiterhin mit nur 5 Watt Out und der Miracle Whip vom Schreibtisch aus.

Da ich in meiner Anfangszeit nach Lizensierung vor rund 44 Jahren mit 6ele-Beam und einigen hundert Watt auf Kurzwelle (v.a. in SSB) unterwegs sein durfte, war ich nach diesem unerwarteten DX zunächst nicht einmal sicher, ob sich nicht vielleicht jemand einen kleinen Spaß mit mir erlaubt hatte…

Alexloop, Yaesu FT891 und Soundkarte SCU 17

Naturgemäß stellte sich danach schnell die Frage, was denn mit einer etwas „leistungsfähigeren“ Antenne als der Miracle Whip möglich sein möge. Da ich derzeit keine großen Antennen installieren kann, kam ich nach kurzer Suche auf die (zugegeben in der Anschaffung nicht ganz günstige) Alexloop. Diese konnte ich Anfang August 2022 bei WiMo erwerben und dort vor Ort abholen.

Seit dieser Zeit setze ich die kleine, schnell aufbau- und recht gut abstimmbare Alexloop mit fünf bis 10 Watt Output (FT817 oder FT891) auf einem etwa einen Meter hohen Stativ in den Betriebsarten FT8 und FT4 ein. Das gesamte hierbei zum Einsatz kommende „Funk-Equipment“ (d.h. ohne Laptop und WSJT-X Software) zeigt Abb. 1.

Erfahrungswerte - 14 Monate Alexloop im Einsatz
Gearbeitete Grids mit 5-10 Watt Out und Alexloop (Darstellung: Gridtracker)

Ich bin immer noch verblüfft, wie gut sich mit der kleinen Antenne und mit geringer Leistung selbst DX-QSOs digital fahren lassen. So befinden sich inzwischen rund 1.285 DX-QSOs mit jeweils über 5.000 km Distanz im Logbuch. Bei 216 dieser Kontakte konnten sogar Reichweiten von mindestens 10.000 km erzielt werden. Und in Summe über die antennenseitig nutzbaren Bänder füllen aktuell 158 gearbeitete DXCC-Länder, 43 US-Staaten sowie ca. 1.075 Grids das Log (vgl. Abb. 2).

Selbst VK (26 QSOs) und ZL (7 QSOs) lassen sich gelegentlich arbeiten, nutzt man gezielt die - teilweise eher kurzen - Öffnungszeiten der jeweiligen Bänder Richtung Zielregion (vgl. exemplarisch Abb. 3). Mit einem aktuellen ODX von rund 18.600 km Großkreisentfernung (ZL) ist zumindest entfernungsseitig kaum mehr mit signifikanten Distanzsteigerungen zu rechnen…

PSK-Spots mit Alexloop (QRP) auf dem 20-Meter-Band an einem Samstagmorgen (Darstellung: Gridtracker)
QRP DX-Betrieb mit der Alexloop: Überbrückung von 20.000 km und unerwartete Erfolge mit FT4

Mit Blick auf die Ausbreitungsprognosen bspw. in der CQ DL ist interessant, dass „viele“ dieser Kontakte Richtung VK und ZL während der Morgenstunden wahrscheinlich auf dem langen Wege zustande kamen. Damit dürfte in diesen Fällen die faktisch überbrückte Distanz sogar bei mehr als 20.000 km liegen.

Vor allem aber Richtung Karibik, Nord- und Südamerika sowie (südliches) Afrika lassen sich relativ regelmäßig DX-QSOs fahren. Auch Japan ist häufiger erreichbar. Eine bessere Rundumsicht oder ein exponierterer Standort dürften dabei perspektivisch sogar noch etwas Optimierungspotenzial in Sachen QRP DX-Betrieb erwarten lassen.

Ergänzend sei noch erwähnt, dass über 40 weitere DXCC-Länder mit der Antenne zumindest zu empfangen waren, wenngleich dorthin leider keine (vollständigen) Kontakte zustande kamen. So konnte vor einigen Tagen ein Kontakt mit ZD7 (trotz mehrfacher Antworten der ZD7-Station auf meinen Anruf) bedauerlicherweise nicht finalisiert werden. In solchen Situationen wünschte ich mir gelegentlich, dass die Alexloop, zumindest temporär, etwas mehr Leistung „vertrage“.

Eher unerwartet ist, dass FT4 mit dem eingesetzten Equipment für DX häufig „besser“ als FT8 geeignet zu sein scheint. So fällt der Anteil an DX-QSOs bei FT4-Betrieb im direkten Vergleich zu FT8 bislang etwa doppelt so hoch aus. Ein Beispiel: An einem der letzten Wochenenden gelangen FT4-Kontakte mit KH6 und FK mit jeweils 5 Watt Output.

Vielleicht lässt sich das skizzierte Phänomen damit begründen, dass der FT4-Frequenzbereich weniger dicht mit Signalen anderer (ggf. deutlich besser ausgestatteter) Stationen belegt ist und ich deshalb bei entfernteren Gegenstationen eher bzw. besser durchkomme (geringeres QRM-Level, weniger anrufende Stationen aus Europa). Nicht unwahrscheinlich auch, dass sich der relative Geschwindigkeitsvorteil dieser Betriebsart positiv auszahlt. Da (m)ein schwaches Signal von weit entfernten Stationen häufig nur für kurze Zeitspannen zu decodieren sein dürfte, heißt das Motto in diesen Situationen „schnell sein und das kurze Öffnungsfenster für einen erfolgreichen Kontakt nutzen“.

Alexloop im Praxistest: Eine ehrliche Bewertung nach 14 Monaten QRP-Digitalbetrieb

Wie erwähnt, ist die Alexloop nicht gerade ein (preisliches) Schnäppchen. Die Tatsache, dass sie nicht wetterfest ist, reduziert ihre Einsatzmöglichkeiten etwas, primär natürlich bei regnerischem Wetter oder Schneefall. Konstruktionsseitig fällt auf, dass die Koppelschleife der Antenne mit Kabelbindern fixiert ist. Hier könnte man fragen, wie stabil diese Konstruktion wohl über längere Zeiträume hinweg sein mag - bspw. in Phasen hoher Sonneneinstrahlung.

Allerdings lässt sich uneingeschränkt festhalten, dass die Alexloop bislang absolut problemlos und vollkommen störungsfrei arbeitet. Die unerwartet guten (DX-) Resultate im Digitalbereich verstärken den positiven Eindruck weiter. Ich selbst hätte - zugegebenermaßen kein „studierter“ Hochfrequenzexperte - zumindest a priori nicht erwartet, dass man mit dem minimalistischen Equipment und von nicht gerade optimalen Standorten aus nahezu regelmäßig erfolgreich um die halbe Welt funken kann. Unter anderem macht dieser Aspekt den QRP-Betrieb mit der kleinen Antenne zusätzlich reizvoll.

Wilfried, DL2YAJ

Alexloop
Alexloop Hampack

Die Alexloop Hampack ist eine kleine leichte Portabel-Loop für 7-30 MHz für Funkamateure mit Platzproblemen oder für unterwegs im Urlaub oder bei der Wanderung. Diese ultraleichte Loop ist mit wenigen Handgriffen ohne Werkzeug montiert und über den im Fußpunkt eingebauten Tuner (Abstimmeinheit) problemlos abstimmbar, als SWR-Meter dient das Instrument des Funkgerätes.

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