SYMBAL - Mantelwellensperre für Hühnerleiter

SYMBAL - Mantelwellensperre für Hühnerleiter

Eine Mantelwellensperre kennt jeder, der eine Antenne mit Koaxialkabel speist und sich schon mal die Finger am 'heißen' Mikrofonstecker verbrannt hat. Mantelwellen sind oft nicht zu vermeiden, sie entstehen durch unerwünschte Einstrahlung in den Außenmantel eines Koaxkabels, einfach dadurch, dass ein Dipol nie ganz symmetrisch aufgehängt werden kann. Das Sendesignal verursacht gewünschte Ströme im Kabel, im Innen- wie im Außenleiter genau gleich, aber entgegengesetzt gerichtet (Gleichtaktströme). So heben sich die elektromagnetischen Felder gegenseitig auf, das Kabel strahlt nicht. Ungleichmäßige Aufhängung, ungünstige Bodenverhältnisse oder grenzwertige Antennenkonstruktionen führen zu unsymmetrischen Feldern rund um die Antenne und am Kabel. Das Feld erzeugt einen Strom im Außenleiter, der immer im Gegentakt zum erwünschten Strom läuft. Und genau das erzeugt die Mantelwellen die dann im Shack herumvagabundieren und unerwünschte Einstreuungen erzeugen, vielleicht auch im Fernsehgerät der Nachbarn. [1]

 

Eine Mantelwellensperre (aka Gleichtakt-Drossel) erzwingt nun einen Gleichtaktstrom am Speisepunkt der Antenne und dämpft einen Gegentaktstrom so gut wie möglich. Die Qualität einer Mantelwellensperre drückt sich in der Sperrtiefe (Dämpfung) der Mantelwellen aus. Diese ist natürlich frequenzabhängig, man muss also bei Mehrbandantennen meistens einen Kompromiss eingehen. Eine gute Dämpfung erreicht man durch die Auswahl eines geeigneten Ferritkerns und der richtigen und sorgfältigen Wickeltechnik.

 

Aber können solche unsymmetrischen Gegentaktströme auch an Hühnerleitern auftreten? Ja, können sie! Auch hier ist für die korrekte Funktion wichtig, dass die Ströme in beiden Leitern exakt gleich, aber gegenläufig sind. So heben sich die Felder um jeden Leiter auf, die Zweidrahtleitung strahlt nicht. Aber auch hier wirkt das Feld um die nicht-symmetrisch aufgehängte Antenne auf die Leitung ein und erzeugt im ungünstigen Fall einen unerwünschten Strom. Das Ergebnis sind HF Reflektionen, die sich durch 'heiße' Metallteile am Tuner oder Funkgerät zeigen, und die auch schon mal Geräte wie einen PC zum Absturz bringen können.

 

Zum Glück gibt es auch für Zweidraht-Leitungen entsprechende Sperren. Den besten Wirkungsgrad erreichen Sie in der Hühnerleiter an der Stelle des Strom-Maximums. Aber bei einer Mehrbandantenne ist das schwer, denn der Strombauch liegt je nach Band an einer anderen Position auf dem Kabel. Also ist auch hier ein Kompromiss nötig. Man ordnet deshalb die Gegentaktsperre meist dort an, wo es mechanisch am günstigsten ist. Das ist natürlich der Speisepunkt eines Dipols, kann aber auch eine beliebige andere Stelle im Kabel sein, die aus mechanischen Gründen vielleicht sowieso fixiert werden muss.


Sigi Hari (DK9FN) bietet seit Jahren sehr beliebte Drahtantennen an, und ein Faktor seines Erfolges sind seine von ihm entwickelten Baluns und Mantelwellensperren. Sigi hat also eine große Erfahrung in der Konstruktion von solchen Bauteilen. Seine Mantelwellensperren für Zweidrahtleitungen werden unter dem Namen "Symbal" angeboten und von WiMo exklusiv vertrieben. Es gibt sie in zwei Bauformen, einmal als Dipol-Mittelteil, und einmal als Bauelement das sich an einer beliebigen Stelle in der Hühnerleiter anordnen lässt. Des Weiteren gibt es die Symbal-Sperren in zwei Leistungsklassen - einmal bis 200 W und einmal bis 1200 W. Es gibt also keinen Grund, sich weiter die Finger am Tuner zu verbrennen. Hari Mantelwellensperren schaffen hier zuverlässig Abhilfe!

 

 

[1] Für interessierte Leser sei hier auf eine genauere Darstellung des Problems auf die ausgezeichnete Präsentation von Günter Mandel, DL4ZAO zu Thema Baluns verwiesen.

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